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Rumantschia

Das Bündnerromanische ist auf Kantonsebene seit 1880/1892, auf Bundesebene seit 1938 eine den anderen Sprachen Graubündens (Deutsch, Romanisch, Italienisch) und der Schweiz (Deutsch, Französisch, Italienisch, Romanisch) formell gleichgestellte Sprache. Die romanischsprachige Bevölkerung kann im Kontakt mit eidgenössischen, kantonalen und kommunalen Instanzen ihre Muttersprache verwenden. Die Antwortschreiben werden in der Regel seitens des Bundes und des Kantons in Rumantsch Grischun (Standardsprache) und seitens der Gemeinden in dem entsprechenden Idiom verfasst.
Im Folgenden wird der Gebrauch des Bündnerromanischen auf drei Verwaltungsebenen (Bund, Kanton, Region) skizziert:
Auf Bundesebene figuriert das Bündnerromanische als amtliche Verwaltungssprache im Schweizer Pass, in der Identitätskarte und auf den Banknoten der Schweizer Franken. Weiters werden Homepages des Bundes auch in bündnerromanischer Sprache geführt.
In der privaten Verwaltung benutzen soziale und kulturelle Organisationen das Bündnerromanische für Broschüren, Formulare, Flyers, Internetseiten, … . Öffentliche Dienststellen, wie Post und Bundesbahnen (SBB) verwenden sporadisch das Bündnerromanische für ihre Drucksachen und Aufschriften.
Auf kantonaler Ebene regelt das Sprachengesetz des Kantons Graubünden die Verwendung des Romanischen (vgl. „rechtliche Situation“). Das Romanische gilt als Amts- und Schulsprache in einsprachigen Gemeinden (Gemeinden mit einem Anteil von über 40% Angehöriger der romanischen Sprachgruppe im angestammten Gebiet); mehrsprachige Gemeinden (mit einem Anteil Angehöriger der romanischen Sprachgruppe zwischen 20 und 40 %) müssen im amtlichen Bereich die romanische Sprache angemessen benutzen. In mehrsprachigen Gemeinden erfolgt der Unterricht in der Schule in romanischer Sprache oder gegebenenfalls zweisprachig.
In der Privatwirtschaft benutzen einheimische Unternehmen teilweise die romanische Sprache. Filialen von nationalen Geschäften verwenden das Romanische (wenn überhaupt) vorwiegend für Werbezwecke.
Auf regionaler Ebene ist Romanisch in der Familie, im Dorfleben, in Vereinen und im Freundeskreis oft die Hauptsprache. Im öffentlichen und beruflichen Leben ist es meist Umgangssprache.
Im kirchlichen Leben, das in vielen Gemeinden eine wichtige Rolle spielt, ist das Romanische sehr präsent. Gottesdienste werden in romanischen Gemeinden in romanischer Sprache, in gemischtsprachigen Gemeinden meist abwechslungsweise in romanischer und deutscher Sprache gehalten.
Öffentliche Dienststellen wie die Rhätische Bahn oder Verkehrsvereine machen teilweise Gebrauch des Bündnerromanischen, z.B. für allgemeine Meldungen, Werbeschriften und Informationen.
Die bündnerromanische Kultur in den Bündner Dörfern ist sehr vielfältig. Sie reicht über Volkstheater, Gesangs- und Musikvereine bis hin zur Erwachsenenbildung, Bibliotheken und anderen öffentlichen oder privaten Veranstaltungen.