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Medien Ladinien
Die Medien begannen erst relativ spät mit der Verbreitung von Nachrichten in ladinischer Sprache. Auch wenn einige Studenten der Universität Innsbruck bereits 1905 versucht hatten, eine Zeitung mit dem Titel L’amich di ladins ins Leben zu rufen, gelang die Herausgabe der Zeitung Popul ladin, die in allen Haushalten rund um das Sellamassiv Verbreitung fand, erst 1949. Im Jahr 1972 übernahm die Union Generela di Ladins dla Dolomites diese Zeitung und sorgte für die Einrichtung einer Redaktion in allen Tälern. Der Name der Zeitung wurde mehrfach geändert: aus Popul ladin wurde Nos Ladins und schließlich La Usc di ladins, der heutige Name der Zeitung. Anfangs wurde die Zeitung einmal im Monat herausgegeben, seit 1990 erscheint sie wöchentlich. Ihre Funktion besteht darin, Informationen über die ladinische Geschichte und Kultur zu verbreiten, wobei allerdings auch zahlreiche andere Aspekte des sozialen Lebens berücksichtigt werden. Die Inhalte der Artikel und die Unterteilung der Zeitung spiegeln die geografische Verteilung der ladinischen Täler wieder; auf den ersten Teil mit Artikeln zu meist politischen und aktuellen Themen folgt ein Abschnitt mit der für eine kleinere Zielgruppe bestimmten lokalen Berichterstattung. Die einführenden Artikel werden allgemein in der einheitlichen ladinischen Schriftsprache (Standard-Ladinisch) verfasst, in den für die einzelnen Täler bestimmten Artikeln wird hingegen die jeweilige lokale Variante verwendet.
Außer in der Zeitschrift La Usc di ladins werden Artikel in ladinischer Sprache auch in der Zeitung Gazzettino von Belluno und in den zwei auflagenstärksten Südtiroler Tageszeitungen Dolomiten und Alto Adige veröffentlicht, die vor allem im Gadertal und in Gröden gelesen werden. Seit 1982 sieht die Tageszeitung Dolomiten eine eigene Seiten für ihre ladinischen Leser vor. Zu Beginn wurde diese Sonderseite einmal wöchentlich mit dem Titel Cin valades, öna na jënt veröffentlicht, heute erscheint die ladinische Seite mit dem Titel Dala Ladinia drei Mal in der Woche. Die Artikel der ladinischen Seite betreffen immer für Ladinien relevante Themen und können in deutscher Sprache oder in Badiotisch oder Grödnerisch verfasst sein. In der Tageszeitung Alto Adige gibt es bereits seit 1979 eine ladinische Seite. Der Kreis der Leser dieser Tageszeitung ist etwas größer, zumal diese Zeitung neben Texten in Italienisch, Badiotisch, Grödnerisch auch Artikel in den anderen ladinischen Varianten des Fassatals, von Buchenstein und Cortina d'Ampezzo umfasst.
Im Radio und Fernsehen wurden die ersten Nachrichten im Jahr 1946 übertragen. Einige Intellektuelle und Idealisten, denen die Ladinisch-Frage sehr am Herzen lag, begannen Informationen zu Geschehnissen in Ladinien zu sammeln, um anschließend im Radio darüber zu berichten. Seit 1953, d.h. dem Jahr, in dem die Union Generela di Ladins dla Dolomites sich zur Einrichtung einer regelmäßigen Rubrik verpflichtete, werden zweimal wöchentlich Beiträge in ladinischer Sprache ausgestrahlt. Seit 1962 werden neben den Nachrichten auch Kulturberichte im Radio gesendet. Ladinische Nachrichten werden heute täglich von 13.30 bis 14.00 Uhr ausgestrahlt; am Montag und am Donnerstag steht auch eine Kultursendung mit dem Titel La Copa dal Cafè auf dem Programm. Am Abend werden hingegen zusätzlich zur Kulturrubrik Dai Crëps dl Sela auch Kurznachrichten ausgestrahlt.
Im Fernsehen wurden in der Zeit vom 22. Jänner bis zum 25. Juni 1979 erste Testsendungen ausgestrahlt, um festzustellen, inwieweit diese Programme beim Publikum Anklang finden würden. Seit 1988 werden regelmäßig ladinische Nachrichten gesendet. Zu Beginn war diese Nachrichtensendung nur zwei Mal pro Woche (am Dienstag und Donnerstag) vorgesehen; seit 1996 wird diese Sendung jeden Abend um fünf vor acht Uhr, d.h. unmittelbar vor der deutschen Tageschau, ausgestrahlt. Außerdem werden am Donnerstagabend von ca. 20.30 bis 21.00 Uhr verschiedene Kultursendungen, unter anderem Bancorin, Paladina und Eurotv, übertragen..
Erwährenswert sind auch die ladinischen Sendungen, die von Silvano Ploner für den Privatsender RTTR gestaltet werden, der derzeit seine Programme in der gesamten Region Trentino-Südtirol ausstrahlt.
Neben dem RAI Sender Bozen gibt es auch andere Privatsender, die Informationen in ladinischer Sprache übertragen: Radio Gherdëina (Grödnerisch)), Radio Studio Record (Fassanisch) oder Radio Cortina (Ampezzanisch). Im Gadertal führten vor allem finanzielle Gründe zum Abbruch der Sendungen des Privatsenders Radio Ladinia, der Anfang der 70er-Jahre auf Initiative von einigen Vertretern der Kulturvereine gegründet worden war.
Was der ladinischen Minderheit fehlt, ist eine Presseagentur. Laut Stellenplan des Presseamts der Provinz Bozen ist auf jeden Fall ein Platz für die Ladiner vorgesehen; somit können zumindest die Aussendungen der Landesverwaltung auch in ladinischer Sprache veröffentlicht werden.