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Rumantschia

Die ältesten bekannten romanischen Sprachdenkmäler stammen aus dem 10. Jahrhundert: Der so genannte „Würzburger Schriftversuch“ (nach 950), die „Einsiedler Interlinearversion“ (Versuch einer Übersetzung zwischen den Zeilen eines Teils einer lateinischen Predigt; 11./12. Jahrhundert),das „Sprachdenkmal von Müstair“ (Fragment eines Gemeinatzungsrechts in der Mundart der Val Müstair aus dem Jahre 1389). Der Beginn der schriftlichen bündnerromanischen Tradition wird allgemein in die Jahre 1527-1562 angesetzt (Gian Travers, historisch-politisches Lied, 1527; Jachiam Bifrun, Katechismus, 1552; Durich Chiampel, Biblischer Text, 1560).
Nach neuesten Erkenntnissen beginnt die Verschriftlichung des Bündnerromanischen bereits Jahrzehnte früher und leitet sich aus der sprachlichen Problematik (romanisch-deutsche Diglossie) ab, wie sie im damaligen Unterengadin, Oberinntal (Nauders) und Münstertal/Oberes Vinschgau (bis 1500 rein romanisch) existierte.  Die Hauptgründe für den endgültigen Durchbruch der Verschriftlichung des Romanischen sind jedoch die konfessionellen Auseinadersetzungen während der Reformation und Gegenreformation sowie die politische Geschichte der Drei Bünde. Innerhalb weniger Jahrzehnte sind so nicht weniger als vier bündnerromanische Schriftvarianten entstanden. Parallel zum religiösen Schrifttum wurden insbesondere Gerichtsstatuten und Dorfordnungen aus dem Lateinischen und vor allem aus dem Deutschen übersetzt.
Ein eigentliches Schrifttum in bündnerromanischer Schriftsprache entstand jedoch erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dieses ging aus der sogenannten „Renaschientscha rumantscha“ heraus, eine ideologische Neubesinnung auf Werte und Nützlichkeit der bündnerromanischen Sprache). Nach dem Zweiten Weltkrieg ist allmählich eine bündnerromanische Literatur entstanden, die vor allem die Krise der eignen Lebenswelt und den allmählichen Zerfall einer über Jahrhunderte gewachsenen Kultur thematisiert.
Die jüngere Autorengeneration nimmt sich allgemeingültiger Themen an, mit denen unsere Gesellschaft konfrontiert ist. Daneben werden immer wieder auch literarische Werke aus anderen Sprachen in das Bündnerromanische übertragen.
1946 wurde der romanische Schriftstellerverband gegründet (USR, seit 2004 Uniun per la litteratura rumantscha, ULR). Ein- bis zweimal jährlich veröffentlicht er die Zeitschrift „Litteratura“, in der sich Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu bestimmten sowohl die Literatur als auch das aktuelle zeitgenössische Geschehen betreffende Themen äussern. 
Die ULR führt seit 1990 in Domat/Ems jedes Jahr romanische Literaturtage („Dis da Litteratura“) durch, eine dreitägige Veranstaltung für alle an der bündnerromanischen Literatur Interessierten innerhalb und ausserhalb Graubündens. 
Es gibt zahlreiche Kinderbücher, aber relativ wenige Jugendbücher in romanischer Sprache. Das wohl berühmteste romanische Kinderbuch, das in unzählige Sprachen übersetzt worden ist, ist der „Schellenursli / Uorsin“ von Seina Chönz, illustriert von Alois Carigiet.
Bei den meisten Kinder- und Jugendbüchern handelt es sich jedoch meistens um Übersetzungen. 
Für mehr Informationen und Biographien über bestimmte bündnerromanische Autorinnen und Autoren:

Bezzola, R. (1979). Litteratura dals Rumauntschs e Ladins. Chur.
Deplazes G. (1993). Funtaunas, tom 4. Chur.

Für Neuerscheinungen:
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