Kapelle Sogn Benedetg/Sankt Benedikt, Sumvitg
Architekt: Peter Zumthor
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Rumantschia

Bis um 1300 bleiben die Zeugnisse künstlerischen Schaffens nicht nur in Romanischbünden, sondern im ganzen Kanton auf den kirchlich-religiösen Bereich beschränkt, auch wenn vereinzelt Spuren profaner Wandmalereien bis in die Zeit um 800 zurückreichen (Schiedberg, Sagogn). Auch aus der Zeit zwischen dem 6. und dem 8. Jahrhundert liegen Fragmente von Kirchenausstattungen vor (Wandmalereien, Bodenmosaike, Stuck, Bauplastik). Zusammenhängend erhaltene Freskenzyklen setzen um 800 mit der älteren Malschicht von Müstair ein.
Dichter und vielseitiger bieten sich die Werke aus dem Hochmittelalter dar. Sie verraten Einflüsse aus dem Bodenseeraum (Reichenau) und aus der Lombardei (jüngere Malschicht von Müstair, Bilddecke von Zillis, Statue Karls des Grossen in Müstair, Glasmalerei von Pleif). Die Kirchgemeinden, die sich ab 1450 bis zur Reformation gebildet haben, rufen eine intensive Kirchbauaktivität zu Tage. Davon zeugen zahlreiche Kirchen und Kapellen. Die Bevölkerung Romanischbündens baute Häuser aus Stein und Holz. Das Engadinerhaus verdankt seine charakteristische Form zwei baulichen Besonderheiten: der Zusammenfassung von Wohnhaus und Stall samt Scheune zu einem nach aussen als Einheit wirkenden Baukörper, und dem Übergang von der Holzkonstruktion zum massiven gemauerten Haus. Durch das grosse, in der Giebelfront angebrachte dreiteilige Haustor trat man in einem in der Firstrichtung durch das ganze Haus führenden breiten Gang, durch den man die Feldfrucht geradeaus in die Scheune fahren konnte. Auf einer Seite des Ganges reihten sich Stube, Küche und Vorratsraum, darüber lagen die Kammern. Das Dach war mit langen Schindeln und Lärchenbrettern bedeckt. Ab 1500 charakterisiert das Sgrafit (Ritzzeichnung) das typische Engadinerhaus. Diese Technik erreichte ihren Höhepunkt in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Dörfer in Mittelbünden haben weitgehend das Engadinerhaus übernommen.
In der Surselva sind Haus und Stall zwei voneinander getrennte Einheiten. Das alte Bauernhaus war ein gestrickter Blockbau mit Schindeldach. Vielfach ist der bergseits gelegene Küchentrakt gemauert. Der primitivste Grundriss zeigt in einem mit der Giebelseite talwärts orientierten Rechteck vorne eine quadratische Stube, dahinter einen ursprünglich von der Küche allein beanspruchten, ungefähr gleich grossen Raum, aus dem ein Gang ausgespart wurde. Über der Stube liegt die Kammer, die Küche reichte ursprünglich bis zum Dach. Der Küchenraum machte später einem um eine Nebenstube erweiterten Grundriss Platz, bei dem dann neben der Küche Raum für eine Speisekammer gewonnen wurde.
Diese traditionellen Häuser, oft den heutigen Bedürfnissen angepasst, sind noch heute in Romanischbünden vorzufinden. Daneben finden sich Bauten, die von der allgemeinen Mitteleuropäischen Bautradition und -weise beeinflusst worden sind.Abschliessend werden drei zeitgenössiche, national und international bekannte bündnerromanische Künstler kurz vorgestellt. Gion Caminada, geboren im Jahre 1957, ist einer der Hauptvertreter der aktuellen Schweizer Baukultur und geniesst internationl hohes Ansehen. Seit etwa zehn Jahren setzt er sich mit seinem Heimatort Vrin in der Val Lumnezia auseinander, wo er als Architekt und Dorfplaner fungiert. Alois Carigiet, geboren 1901 in Truns († 1985). Neben vielen Ausstellungen, illustrierte er auch das Kinderbuch „Uorsin“ (Schellenursli), mit dem der Engadiner- und Mittelbündnerischer Brauch ‚Chalandamarz’ weltbekannt wurde. Die folgenden Kinderbücher wie „Flurina und das Wildvöglein“ erreichten nicht ganz diesen Bekanntheitsgrad, sind aber aus künstlerischer Sicht nicht weniger wertvoll.
Not Vital, geboren 1948 in Sent, gehört zu den international führenden Bildhauern der Gegenwart. Mit Motiven aus Schnee und Eis sowie Abgüssen von Tieren ist ein surrealistisches, auch kulturell mehrdeutiges Werk entstanden. Vital verwendet Gips und Bronze, hellen und dunklen Marmor, Silber und Gold. Thema seiner Arbeit sind die Kräfte des Lebens und der Natur.