Willy Verginer: Fiamme sulla luna
Foto by Egon Dejori

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Ladinien

Die drei Kunstlehranstalten in St. Ulrich (Gröden), in Pozza (Fassatal) und in Cortina d'Ampezzo fördern die künstlerische Tätigkeit in den ladinischen Tälern. Alle drei Schulen wurden eingerichtet, um die Fähigkeiten und Fertigkeiten und das künstlerische Talent, das sich im Laufe der Jahrhunderte in den ladinischen Tälern entwickelt hatte, an die junge Generation weiterzugeben. Während man sich in Gröden auf die Produktion von Holzspielzeug spezialisierte, das seit Jahrhunderten in alle Welt exportiert wird, liegt der Schwerpunkt der Kunstlehranstalt in Cortina d'Ampezzo in der Filigranarbeit; im Fassatal befasst man sich hingegen hauptsächlich mit Malerei.
Die Kirchenkunst entwickelte sich in den ladinischen Tälern vor allem rund um die kleinen und großen Kirchenbauten. Das Baujahr der ersten Kirche ist nicht bekannt; über die Zeit vor dem Jahr 1000 gibt es praktisch keine Zeugnisse und auch über die ersten Bauten im 11. Jahrhundert kann man keine sicheren Aussagen machen. Es gibt zwar Hinweise auf den Bau einer Kirche um das Jahr 1030 in Enneberg-Pfarre, aber man weiß nichts über ihren Standort und die Bauweise. Die erste der Heiligen Juliane gewidmete Kultstätte im Fassatal wird auf die Zeit vor 798 zurückgeführt, aber auch dafür gibt es keine genauen Informationen.
Die meisten Kirchen wurden im Mittelalter errichtet, die alten romanischen Kirchen wurden, sofern es sie überhaupt gegeben hat, durch gotische ersetzt, die heute noch teilweise an der Form des Glockenturms zu erkennen sind. In den darauf folgenden Jahrhunderten wurden diese Kirchen erweitert und restauriert und dem jeweils aktuellen Baustil angepasst. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang die Kirchen von Abtei, von Cortina d'Ampezzo und von St. Ulrich; alle drei entstanden gegen Ende des 13. und am Anfang des 14. Jahrhunderts. Diese Kirchen weisen heute barocke Merkmale mit reicher Malerei, Dekoration und Stuckatur auf.
Neben den Dorfkirchen müssen die zahlreichen Kapellen, die kleinen Altäre und die Ädikulä in den Viles (Weilern) oder entlang der Steige erwähnt werden, über die der Zugang zu den Dörfern erfolgte. Sehr oft sind sie mit wertvollen Malereien, mit Statuen von heiligen Schutzpatronen oder kleineren Skulpturen ausgestattet. Denken wir z.B. an die Kapelle von Al Bagn in Wengen oder an das Kapitell von Col dala Pelda in Wolkenstein. Künstlerisch wertvoll sind auch die Bergkapellen, z.B. die Heilig-Kreuz-Kapelle in Abtei mit ihren Fresken, die bei der Restaurierung im Jahr 1984 zum Vorschein kamen.
Außer der Kirchenkunst sind auch noch einige Ansitze wie Schloss Andraz in Buchenstein, die Fischburg in Sankt Christina, Schloss Colz in Stern oder das Ciastel de Tor in St. Martin in Thurn erhalten. Während Schloss Andraz und das Ciastel de Tor in St. Martin in Thurn bereits um 1200 als Sitz für den Vikar des Bischofs von Brixen errichtet wurden, gehen das Schloss Colz in Stern auf das Jahr 1537 und die Fischburg von St. Christina auf 1620 zurück. Die Fischburg in St. Christina wurde von der Familie des Grafen Wolkenstein errichtet, nachdem das Langental-Schloss verfallen war. Schloss Andraz und Schloss Thurn sind beide im Besitz der öffentlichen Hand; die Restaurierung und der Umbau zum Museum von Schluss Andraz sind noch nicht abgeschlossen, während im Ciastel de Tor bereits 2001 das Museum Ladin, das modernste Museum des gesamten ladinischen Raums, eingeweiht wurde. Die beiden anderen Bauten sind in Privatbesitz.
Zum typischen Bild der Siedlungslandschaft in den ladinischen Tälern gehören die Viles. Die reizenden Weiler (Viles) bestehen aus einigen Häusern und Stadeln, die um andere wichtige gemeinsame Einrichtungen wie den Backofen, den Brunnen oder die Vorrichtungen zum Bohnen Trocknen gruppiert sind und sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Auch architektonisch gesehen weisen die Viles ganz besondere Merkmale auf; dies gilt sowohl für die Häuser mit der typischen Pilzform, die im Erdgeschoss aus Steinmauerwerk und im Obergeschoß aus Holz errichtet sind und die der Gotik zuzuordnen sind, als auch für die ausschließlich aus Steinmauerwerk gebauten Häuser, die eher romanische Züge aufweisen.
Im Bereich Malerei sind die Fresken erwähnenswert, die die Fassaden einiger Häuser schmücken. Die Apotheke in Cortina d'Ampezzo, auch als "Ciasa de i Pupe" bekannt, ist mit zahlreichen Malereien verziert; meist handelt es sich um allegorische Darstellungen zu den Themen Handwerk, Kunst, Technik und Musik. Interessant ist auch das Gebäude der Raiffeisenkasse in Cortina d'Ampezzo, wo man wunderschöne Freskenbilder bestaunen kann, die Wahrsagerinnen mit ihren Orakeln darstellen.
Zu nennen sind einige andere Denkmäler zur Erinnerung an berühmte Persönlichkeiten, die sich um die ladinischen Täler verdient gemacht haben. Dazu gehören z.B. das Denkmal von Vijo Pupp in Untermoi, das in St. Ulrich errichtete Denkmal für Johann Baptist Purger, die Statue der Katherina Lanz vor der Kirche von Buchenstein oder das Denkmal für den bekannten Bergführer Angelo Dibona in Cortina d'Ampezzo.