Majon di Fascegn:
das ladinische Kulturinstitut im Fassatal

Kultur » Kultureinrichtungen »

Ladinien

Die wichtigste in jedem Tal bestehende Einrichtung ist das Kulturinstitut: im Fassatal ist das Ladinische Kulturinstitut Majon di Fascegn (Gründungsjahr 1975) tätig, im Gadertal und im Grödnertal befasst sich das Ladinische Kulturinstitut Micurà de Rü (Gründungsjahr 1976) mit dem Kulturgeschehen, in Buchenstein mit Colle Santa Lucia und Ampezzo sorgt das Ladinische Kulturinstitut Cesa de Jan (Einweihung 2005) für eine rege Kulturtätigkeit. Alle drei Kulturinstitute wurden mit denselben Zielsetzungen und demselben Auftrag gegründet:

wissenschaftliche Erforschung der Sprache, Geschichte und Volkskultur
Bereicherung und Modernisierung von Sprache und Kultur
Einrichtung und Organisation einer Bibliothek und eines Archivs
Unterstützung der Ladinischlehrer
Weiterbildungsangebote für Erwachsene
Erhalt und Ausbau der interladinischen Beziehungen
Veröffentlichung von Publikationen zur ladinischen Sprache und Kultur

Im Rahmen der Tätigkeit der Kulturinstitute entstanden im Laufe der Zeit auch noch verschiedene kleinere Vereine und Institute, die ihrerseits ebenfalls zur Förderung und Bereicherung des Kulturguts der ladinischen Täler beitragen.
So wurde zum Beispiel 1987 in Bozen das Ladinische Pädagogische Institut gegründet, das für die Ausbildung der Ladinischlehrer und die Ausarbeitung der Lehrmaterialien sorgt.
Für die Erwachsenenbildung wurde für das Gadertal und das Grödnertal ein Bildungsrat gegründet, der Informationsabende, Kurse und diverse andere Veranstaltungen anbietet, bei denen Erwachsene sich weiterbilden und neue Kenntnisse erwerben können.
Auch die Bibliotheksarbeit wurde zum Teil aus dem Tätigkeitsprogramm der Ladinischen Kulturinstitute ausgeklammert, zumal zentrale Bibliotheken mit Außenstellen in fast allen Dörfern eingerichtet wurden. Die Bibliothek der Kulturinstitute wurde somit zu einer linguistischen Fachbibliothek ausgebaut, wo den Benutzern zum Teil schwer auffindbare wissenschaftliche Werke zur Einsicht zur Verfügung stehen.
Von größter Bedeutung für das Kulturgeschehen ist die Einrichtung der Museen: das Ladinische Museum Ciastel de Tor im Gadertal, das Volkskundemuseum Cësa di Ladins in St. Ulrich in Gröden, das Museum von Vigo im Fassatal, das Museum von Pieve in Buchenstein und das Museum Ciasa de ra Regoles in Ampezzo mit der paläontologischen Abteilung im neuen Kulturzentrum Alexander Hall.
Erwähnenswert ist auch die Arbeit des Amtes für ladinische Kultur der 2001 eingesetzten Abteilung für ladinische Kultur. Dieses Amt koordiniert und fördert die Kulturtätigkeit im Gadertal und in Gröden, es organisiert in verschiedenen Bereichen Wettbewerbe für Künstler und Veranstaltungen, die der deutsch- und italienischsprachigen Bevölkerung in Südtirol die ladinische Sprache und Kultur näherbringen sollen (Tag der ladinischen Kultur und das Kulturforum, die jeweils einmal im Jahr stattfinden). Zudem besteht seit 1998 an der Freien Universität Bozen eine an der Bildungswissenschaftlichen Fakultät in Brixen angesiedelte Ladinische Abteilung/Repartizion ladina, welche für die dreisprachige akademische Ausbildung der ladinischen PrimarschullehrerInnen und Kindergärtnerinnen zuständig ist.
Neben den drei Kulturinstituten, die sich um den Schutz der ladinischen Sprache und Kultur im eigenen Tal bemühen, muss man auch die Union Generela di Ladins dla Dolomites (UGL), die Dachorganisation der in allen fünf Tälern tätigen Union di Ladins erwähnen. Bis heute ist dies der einzige Verein bzw. die einzige Institution, die sich in allen fünf Tälern gleichermaßen für den Erhalt und Schutz der ladinischen Kultur einsetzt. Vor allem mit der Wochenzeitung La Usc di Ladins bemüht sich die Union um den Schutz der Sprache, um die Einführung von Neologismen und die Verbreitung von Informationen und Nachrichten. Neben den fünf Union di Ladins gibt es auch noch eine Vielzahl von Kulturvereinen: Ert por i ladins (EPL), Uniun Maestri ladins (UML), Circolo Rovisi usw. Detaillierte Informationen zu den Kulturvereinen und –einrichtungen in Ladinien können auf der Webseite http://www.ladinia.net/ nachgelesen werden.