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Ortschaften Rumantschia

Der Kanton Graubünden ist der östlichste und flächenmässig grösste Kanton der Schweiz. Graubünden nimmt den ganzen südöstlichen Teil der Schweiz ein und ist vor allem durch Berglandschaften und Täler geprägt. Die alpine Landschaft mit den hohen Bergen hat die Siedlungsstruktur und die Kultur massgeblich geprägt. Vor der Entwicklung des Fremdenverkehrs im 19. Jahrhundert waren die meisten Ortschaften bedeutend kleiner als heutzutage. Noch heute hat keine bündnerromanische Gemeinde mehr als 3000 Einwohner.
Das traditionelle bündnerromanische Sprachgebiet besteht aus fünf Sprachregionen. Die Surselva (Region am Vorderrhein) umfasst den grossen nordwestlichen Sektor. In Mittelbünden wurde Romanisch einst fast den ganzen Hinterrhein entlang gesprochen, heute wird es noch in Teilen des Schamsertals, im Oberhalbstein und im Albulatal gesprochen. Das mittelbündnerische Domleschg und das Heizenberg kann nicht mehr zum romanischen Einzugsgebiet gerechnet werden. Entlang des Inn bilden das Engadin und das Münstertal das südöstliche romanische Sprachgebiet.
Das Flussgebiet des Vorderrheins wird von den Quellen bis zum Zusammenfluss mit dem Hinterrhein (in Reichenau), als Surselva bezeichnet. Da die stark bewaldete Ablagerung des Flimser Bergsturzes das Oberland in kulturgeographischer Hinsicht entscheidend unterbricht, wird es weiter unterteilt in Sutselva (unterhalb des Waldes) und Surselva (oberhalb des Waldes). Der oberste Teil der Surselva beginnt beim tief eingekerbten Val Russein. Dieses Tal trennt altes, romanisches Kulturgebiet mit dem „obersten Dorf“ Sumvitg (summus vicus) von dem vor der Gründung des Klosters Disentis (Anfang des 8. Jahrhunderts) fast unbewohnten oberen Teil des Tales. An der Sutselva gliedert sich das Schamsertal an. Die stark germanisierte Talschaft erstreckt sich über das Einzugsgebiet des Hinterrheins von der Mündung des Reno die Lei bis zur Via-Mala-Schlucht.
Das Oberhalbstein (Surses) verdankt seinen Namen einem Engpass, dem ‚Crap Ses’, der ‚Stein’, genannt wird. Es bildet mit dem Julierpass (Oberhalbstein – Oberengadin) eine der wichtigsten Transitrouten Graubündens. Der Passverkehr hat seit jeher einen beträchtlichen und vielseitigen Einfluss auf die Landschaft und ihre Wandlungen gehabt. Die vielen Ruinen von Burgen und Wehrtürmen deuten auf die Geltung der Strasse hin.
Das Albulatal gleicht in seiner Anlage dem benachbarten Oberhalbstein, doch ist es viel schwächer bewohnt. Der Grund für diese geringe Besiedlung liegt in der Reliefnatur; das Albulatal ist wesentlich enger als das Oberhalbstein. Albulatal und Surses bilden das Einzugsgebiet des Surmiran als mittlerem der fünf rätoromanischen Idiome.
An das Albulatal gliedert sich das Oberengadin. Als Oberengadin wird das Einzugsgebiet des Inns, von der Quelle bis zur Punt Ota (zwischen Cinuos-chel und Brail gelegene alte Strassenbrücke), bezeichnet. Unterhalb der Punt Ota schliesst das Unterengadin an.
Bei der Punt Ota liegt auch die Sprachgrenze zwischen den beiden Idiomen Puter (Oberengadin) und Vallader (Unterengadin). Zur Gipfelwelt des Oberengadins gehört eine beträchtliche Anzahl Dreitausender, als höchste Erhebung Graubündens schliesslich auch der Viertausender Piz Bernina (4049 m ü.M.).
Das Unterengadin ist die Fortsetzung des Oberengadins in Richtung Nordosten. Das Tal senkt sich von Punt Ota (1560 m) bis Schalkhof (1010 m), unterhalb Finstermünz, wo der Inn die Landesgrenze zum Tirol bildet. An das Unterengadin schliesst gegen Süden das Val Müstair an. Im Viereck Zernez – S-chanf – Ofenpass – Scuol befindet sich auch der Schweizerische Nationalpark.