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Rumantschia
Die meisten Filme in romanischer Sprache sind Dokumentar- und Portraitfilme. Sie werden vor allem von der Televisiun Rumantscha (TvR), aber auch von regionalen Institutionen (zB Verein für Bündner Kulturforschung) und von Privaten realisiert. Daneben gibt es einige Buchverfilmungen (zB „Accord“ nach der gleichnamigen Novelle von Oscar Peer, „Levzas petras“ nach dem gleichnamigen Roman von Gion Deplazes).
TvR startete 1963 mit einer Dokumentation über das Romanische als Nationalsprache ins Fernsehzeitalter. In den 70er Jahren entstanden zahlreiche Filme, die unwiederbringliches bündnerromanisches Kulturgut dokumentierten wie zum Beispiel Handwerksberufe („Il terscher da Flond“), oder verschwundene Landschaftsbilder („L’En raquinta“).
In den neunziger Jahren begann ein romanisches Dokumentarfilmschaffen, das nationale und internationale Beachtung erlangte. Ein Beispiel hierfür ist der Film über zwei Bündner Architekten (A. Caminada, P. Zumthor), die von den Dokumentarfilmschaffenden noch nicht entdeckt worden waren. Inzwischen gibt es kaum noch ein Architekturmuseum nah und fern, das den Film nicht gezeigt hat.
In Zusammenarbeit mit freien Autoren machte TvR landesweit auf sich aufmerksam. Zum Beispiel mit dem Film des schweizerisch-irakischen Filmemachers Samir, der sich 1998 im Engadin auf der Spur ehemaliger Tibet-Flüchtlinge machte. „Increschantüm – Da Fränzli Waser als Fränzlis da Tschlin“ des Regisseurs Stefan Haupt war im Jahr 2000 der erste bündnerromanische Dokumentarfilm, der wochenlang in den Kinos der Deutschschweiz zu sehen war. Filme wie „Die weisse Hölle von Piz Palü“ (Oberengadin, 1929, Drama), „Spuren im Eis – Adrenalin Junkies“ (Surselva, 2000, Thriller), „Heidi“ (Unterengadin, 2001), „Marmorera“ (Mittelbünden, 2006, Mistery-Thriller), zeigen, dass Graubünden seit Anbeginn der Kinematographie Kulisse und Drehort für Spielfilme der unterschiedlichsten Arten und Ausrichtungen gewesen ist.