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Ladinien

Während Kunst, Literatur und Musik im ladinischsprachigen Raum auf eine lange Tradition zurückblicken können, steht der ladinische Film erst am Anfang. Abgesehen von den Produktionen der RAI TV Ladina, für die die ersten Filme bereits 1979 hergestellt wurden, steht relativ wenig Filmmaterial zur Verfügung. Die einzigen ladinischen Filme sind "Ci co cunta" (2004), "Le rëgn de Fanes" (2005) und "Dumbries de Col de Flam (2007)".
"Ci co cunta" ist der erste ausschließlich in ladinischer Sprache (Badiotisch) gedrehte Fiction-Film. Er erzählt die Geschichte einiger jugendlicher Musikliebhaber im Tal, die eine Rockgruppe gründen wollen. Jeder von ihnen hat seine eigenen Vorstellungen von Kunst, und gerade diese unterschiedlichen Ideen bereiten die meisten Probleme bei der Verwirklichung des Projekts. Der Film wurde unter der Regie von Valentina Kastlunger gedreht.
Im Film "Le Rëgn de Fanes" geht es um die bekannte Sage vom Reich der Fanes und seinem König und seiner Tochter Dolasilla, die kurz vor dem Aufbruch in den Krieg stehen.  Diese Produktion von Roland Verra präsentiert alle in den Dolomitentälern gesprochenen Varianten des Ladinischen. Der Film hat zwei internationale Preise für die beste Filmmusik gewonnen, am Renderyard Film Festival 2007 in London und am Garden State Film Festival 2008 in Asbury Park - NY (USA). In "Dumbries de Col de Flam", der letzte Film von Matthias Höglinger, reist Alexander Stevens  nach St.Ulrich auf den Spuren seines im Ersten Weltkrieg verschwundenen Großvaters.
Neben diesen beiden Produktionen sollten die Namen der Künstler genannt werden, die an der Realisierung von Zeichentrickfilmen mitgewirkt haben; am bekanntesten sind Maria Pezzedi und Harald Pizzinini, die beide aus dem Gadertal stammen. Ihre Arbeiten sind meist Stummfilme, in denen die Sprache daher keine Rolle spielt. Erwähnenswert ist die Geschichte von Lunca, die von Harald Pizzinini für die Kunst-, Musik- und Literaturtage des Jahres 2004 gestaltet wurde. Erzählt wird die Geschichte des Hexenmeisters Laurus, der in einer Schachtel alle Sprachen der Welt versteckt hat. Darin fehlt nur das Ladinische. Nach der Begegnung mit Lunca gelingt es Laurus, ihn zu täuschen und ihm auch diese Sprache wegzunehmen; Lunca versucht dann mit allen Mitteln, seine Sprache wieder zurückzuerlangen.
Einige bemerkenswerte Kapitel der Filmgeschichte schrieb eine ganz große Persönlichkeit vergangener Tage; gemeint ist Luis Trenker, der 1892 in St. Ulrich geboren wurde und nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur weltberühmt wurde. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Berge in Flammen" (1931) und "Der verlorene Sohn" (1934), die auch in Amerika große Erfolge feierten. Luis Trenker lebte in Berlin, wo die meisten seiner Filme entstanden, er arbeitete aber auch viel für Cinecittà in Rom.
Die ladinischen Dolomitentäler bildeten mehrfach die Kulisse für internationale Filmproduktionen. So wurden für den Film "Tanz der Vampire" von Roman Polanski einige Aufnahmen in Gröden gemacht; der Film "Der Bär" wurde teilweise im Gadertal und in Ampezzo gedreht. Der wichtigste und beliebteste Filmschauplatz ist auf jeden Fall Cortina d'Ampezzo, wo 1981 der James-Bond-Film "In tödlicher Mission" gedreht wurde. Einige Szenen wurden im Stadium, an der Schanze, an der Bobbahn und im Zentrum von Cortina aufgenommen. Die Filme "Leichen pflastern seinen Weg" (1968) mit Klaus Kinski und "Cliffhanger" (1993) mit Sylvester Stallone wurden in den Bergen rund um Cortina d'Ampezzo gedreht, wo auch ein Teil von "Der rosarote Panther" (1963) aufgenommen wurde.